NachDenkSeiten üben Medienkritik

Von Beginn ihrer Arbeit an üben die NachDenkSeiten Medienkritik und leisten Aufklärung über Meinungsmache, Reformlügen und den Machtwahn von Eliten und Politik. Seit kurzem veröffentlichen sie auch eine regelmäßige Video-Serie zu den Methoden der Manipulation. Eben solche kritisiert auch der Wissenschaftler Christian Kreiß in seinem soeben erschienenen Buch – und wendet sich damit gegen die alltägliche Indoktrination und Manipulation unseres Geistes durch die Werbeindustrie. Er fordert, dieser mit gesellschaftlichen Maßnahmen Beschränkungen aufzuerlegen. Jens Wernicke sprach mit ihm zu seiner These, nach der Werbung ausschließlich den Unternehmen und ihren Gewinnen nützt, für die Gesellschaft als solche und insbesondere ihre „Schwachen“ jedoch nur von Schaden ist.

Jens Wernicke im Gespräch mit Christian Kreiß

Herr Kreiß, soeben erschien Ihr neues Buch „Werbung – nein danke“. Warum ein solches Buch? Was haben Sie gegen gewerbliche Information?

Es geht im Folgenden ausschließlich um kommerzielle Werbung gewinnorientierter Unternehmen, also nur um Werbung zu Profitzwecken. Es geht nicht um Bekanntmachungen oder Werbung für kulturelle, politische, behördliche oder ähnliche Zwecke. Es geht nicht um Werbung für Non-Profit-Organisationen, NGOs oder andere Institutionen, die allgemeinmenschliche, gemeinnützige oder altruistische Ziele verfolgen.

Das vorangestellt möchte ich Ihre Frage gern mit einem Gleichnis beantworten. Nehmen wir also beispielsweise einmal an, Robinson Crusoe würde mit vier weiteren Leidensgenossen auf eine einsame Insel verschlagen. Er selbst übernähme dabei das Angeln, ein anderer das Herstellen von Kleidung und Schuhen, der Dritte bestellte die Felder und der Vierte sorgte für Hausbau, Haushalt und ähnliches. Der Fünfte hingegen übernähme die Aufgabe, für jeden der vier anderen bei den jeweils drei anderen Marketing und Werbung zu machen. Wieviel würde der Fünfte dabei zum Wohle aller beitragen? Nichts. Denn er produziert nur bunte Bilder und flotte Sprüche statt reale Sachen. Die anderen vier müssen ihn aber mit durchfüttern, kleiden usf. Werbung vermindert also real unseren Lebensstandard. Sie verteuert die Produkte, weil ihre Kosten auf das Produkt aufgeschlagen werden.

ganzes Interview
Medienkritik

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.