Platt­form für Werbe­frust

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    Mir geht die Werbung sehr auf die Nerven. Ich höre deshalb schon seit Jahren kaum mehr Radio und sehe kaum fern. Ich kann es nicht ertragen, wenn ein Film oder eine Sendung an den spannendsten oder ergreifendsten Momenten von einem Werbespot unterbrochen wird. Oder wenn im Radio nach zwei guten Songs eine laute aufdringliche Stimme irgendwelche Produkte anpreist.

  2. Werbung empfinde ich als enorm belästigend und sie trägt zur Umweltzerstörung bei (was vielen nicht klar ist).

    Ich habe nie um Werbung gebeten, ganz im Gegenteil, ich muß mich dagegen wehren, um keine zu erhalten. Da läuft doch was gründlichst schief! Egal ob man Videos z. B. in youtube oder diverse Internetseiten anguckt, durch die Stadt läuft, ein E-Mailpostfach hat, Einkaufen geht oder einfach nur eine Straße entlang fährt, überall wird man mit manipulierender Werbung bombardiert, die alles andere als über die Produkteigenschaften informiert.
    Manipulation in Reinstform, um Bedürfnisse zu erzeugen und Zeitgeist zu kreieren. Hierbei werden sämtliche psychologischen Tricksereien angewendet. Meines Erachtens ist das absolute Volksverarsche, um es mal ganz deutlich auszudrücken! Wenn man keine Werbung will, wird auch noch ständig beschäftigt, um das Zeug wieder los zu werden.

    Ich höre u. a. deswegen nur noch ganz wenig Radio, TV ist fast das ganze Jahr nicht an und am Briefkasten klebt ein Aufkleber, daß ich keine Werbung erhalten möchte.

    Wenn man dann noch bedenkt, wieviele Plakate, Flyer, Prospekte für diesen Schwachsinn hergestellt werden, wieviel Papierabfall dadurch produziert wird, wieviel unnötiges Zeug dadurch gekauft und wieder weggeworfen (z. B. in der Modebranche) und wie mit all dem die Umwelt verschmutzt, Ressourcen und Lebenszeit vergeudet wird… das ist irre. Wenn all die Kosten und Ressourcen lieber für den Umweltschutz und echte Bildung eingesetzt werden würden, hätten die Menschen und der gesamte Planet wesentlich mehr davon.

  3. Werbung ist eine ekelhafte Form der Manipulation, der unmöglich ist zu entkommen. Radio und Fernseher meide ich aus genau diesem Grund bereits. Wenn ich aber Morgens noch verschlafen zur Arbeit fahre, bohren sich auf dem Weg mindestens 20 Werbebotschaften in mein Gehirn.

    Das schlimme daran sind nicht unbedingt die Botschaften selbst, sondern den Platz den sie in meinem Bewusstein anderen, viel wichtigeren, Dingen wegnehmen: Mitmenschen und schöne oder interessante Dinge um mich herum, eigene kreative Ideen, eigene Gedanken. Den meisten Menschen scheint es egal, aber in den 20 Sekunden in denen ich mich unfreiwillig mit der Form einer Whiskeyflasche beschäftigen, hätte ich etwas anderes denken können.

    Den negativen Einfluss den das aufs Bewusstsein hat – insbesondere von Kindern und Heranwachsenden – kann man sich nur schwer vorstellen. Vor allem wenn einem sämtlicher Vergleich fehlt.

    Wenn man sich dazu noch vorstellt, dass ein Teil des so missbrauchten öffentlichen Raums auch tatsächlich Platz für Kunst oder Inspriation bieten könnte, wird die ganze Geschichte nur noch trauriger.

    Ein weiterer Effekt der sich weniger direkt aufdrängt, ist der negative Einfluss der Werbeindustrie auf die freie Marktwirtschaft selbst. Die Produktgestaltung der großen Firmen basiert nicht auf der Idee bestmögliches Produkt auf tatsächliche Bedürfnisse abzustimmen, sondern nur darauf oberflächliche Verpackung und Image zu verkaufen.

    Dadurch haben kleinere Unternehmen und Produzenten die tatsächlich versuchen gute Produkte herzustellen auf dem Markt nahezu keine Chance. Werbung einzuschränken würde Menschen Raum geben sich mit den Produkten selbst wieder mehr auseinanderzusetzen. Das könnte die stark eingestaubte Wirtschaft beleben und der Wirtschaft überhaupt erst wieder Motivation geben die Produkte im Interesse der Konsumenten zu verbessern, statt lediglich an immer wirksameren Werbestrategien zu arbeiten.

  4. Guten Tag alle zusammen und auch du, der dies gerade liest.

    Ich besuche derzeit das berufliche Gymnasium, um mein Abitur mit Wirtschaftsschwerpunkt zu erhalten.
    BRC (Betriebswirtschaft, Rechnungswesen und Controlling) und Volkswirtschaft sind die „wichtigsten“ Fächer.
    Und in der BWL und VWL haben wir uns ein GESAMTES Schulhalbjahr ausschließlich mit Werbung beschäftigt (ich besuche die Schule nur, damit ich meine Finanzen besser im Griff habe und mein Abitur bekomme, dies funktioniert auch, aber es ist nicht normal, mit was für Werbung wir tagtäglich und größtenteils unterbewusst vollgekleistert werden und auch mit welchen sehr dreisten Mitteln.

    Ich werde einfach mal ausführen, was eingesetzt wird, um uns allen den Tag zu versauen und hoffe, dass sie so schneller Werbung durchschauen, wenn nicht sogar vermeiden können.

    Der Grundstein einer jeden Werbung sind die „Aktivierungstechniken“, hier unterscheidet man zwischen drei Arten von Reizen, auf die wir als Konsumenten reagieren sollen:
    Aufmerksamkeit erzeugen durch
    -Physisch intensive Reize: Alle Arten von großen, lauten, eindringlichen oder farbintensiven Reizen
    -Emotionale Reize: Hierbei handelt es sich um biologische Schlüsselreize (z.B. vor dem Kamin in ein Buch vertieft)
    -Überraschungsreize: Alles was Überraschung auslösen soll und sich auch häufig bewusst widerspricht (z.B. „Geiz ist Geil“ (Saturn) oder „Mieten sie uns pleite“ (Sixt))

    Als nächstes Kundennutzen versprechen (kann sich jeder denken und wird nicht weiter erläutert)

    Beeinflussungstechniken einsetzen wie
    –>Kognitive Techniken:
    -Informieren
    -Argumentieren
    -Assoziationen

    –>Emotionale Techniken (diese Techniken sind der Grund, dass Werbung häufig absolut überhaupt nicht informierend ist, da nur Emotionen wie z.B. Prestige, Sportlichkeit, Erotik, etc. genutzt werden)
    -Atmosphäre aufbauen
    -Emotional Kontitionieren: Ein Produkt wird IMMER mit bestimmten Gefühlen in jeder Werbung in Verbindung gebracht (Coca-Cola – Jugend ; BMW – Sportlichkeit)
    -Emotionale Assoziationen: darunter fallen Farben (rot = heiß), Klänge (z.B. Musik oder ein alter Mann der ruhig informiert), Bilder (freundliche Gesichter, französische Straßencafés) und Worte („Pflege“, „Genuss“ oder „Abenteuer“)

    Ein weiterer Schlüsselfaktor ist, dass die Werbung auch ankommt, also die Aufnahme der Werbebotschaft sichern
    Hierzu werden die sog. „4 Verständlichmacher“
    -Einfachheit
    -Ordnung/Struktur
    -Kürze/Prägnanz
    -Stimulanz (kleine Geschichten oder Humor)

    Des Weiteren gehören zur Aufnahme der Werbebotschaft:
    -Abstimmung von Bild und Text
    -Blickführung zum Produkt (keine Ablenkungen, man soll sich nicht an die Werbung, sondern an das Produkt erinnern)
    -Hierarchischer Informationsaufbau (WICHTIGSTE BOTSCHAFT ZUERST! Zweitwichtigste Botschaft danach. drittwichtigste botschaft usw.

    Jetzt der Grund, weswegen in einem Werbeblock teilweise sogar 2x das selbe Produkt beworben wird oder warum die gleiche Mistwerbung in jeder Werbung kommt: Werbung verankern!
    Die normale Vergessenskurve verläuft konstant fallend, bis die Erinnerung vergessen ist, da die Werbung aber immer wieder läuft soll sie in unser Hirn regelrecht eingebrannt werden und das funktioniert auch blöderweise.

    Werbung ist auch häufig nicht auf den ersten Blick sichtbar, z.B. bei Preisen z.B. das berüchtigte 0,99€ statt 1€.

    Und als wenn der ganze Mist nicht schon genug wäre: Angebote oder Rabatte gibt es eigentlich nicht, sie stecken im Preis schon längst drin. Oder sie schreiben einfach „Sale/Angebot“ drauf und machen es sogar manchmal teurer.
    Es gibt nur sehr wenige tatsächliche Angebote (hier kann ich persönlich Kaufland empfehlen, da die Sachen nicht nur scheinbillig, sondern tatsächlich viel günstiger sind)

    Aber alles in Allem: Der Großteil der Werbung wird von uns nicht wahrgenommen (ein Glück?).
    Quelle: Marketing (Kapitel H – Kommunikationspolitik) vom Beiderwieden Verlag

    Ich persönlich schaue mir nirgendwo Werbung an, da ich weder Fernseher noch Radio nutze. Im Internet habe ich massig Adblocker und wenn ich selber in der Stadt bin bummel ich nicht, sondern laufe sehr zielstrebig und achte nicht auf diese ganzen schrillen Farben und „Sales“.

    Man sollte sich immer klarmachen „Brauche ich es wirklich oder kann ich problemlos ohne auskommen?“ (wie eine Mikrowelle mit 100 verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten, mag ja ganz nützlich sein, braucht aber niemand)

    Ich hoffe ich habe sie nicht gelangweilt und konnte ein wenig weiterhelfen in dieser werbeverseuchten Welt besser zurechtzukommen, mir hat es geholfen und auch meinen Klassenkameraden. Wenn Man Werbung erstmal durchschaut hat, kann man sie auch objektiver betrachten und sich tatsächlich ein wenig mit auseinandersetzn und den tatsächlichen Nutzen herausfinden (der meist bei 0 liegt)

    Ich wünsche noch einen schönen und werbefreien Tag, wo auch immer sie sind

    Lewis

  5. Habe mit großem Interesse das Buch „Werbung-Nein Danke“ gelesen. Das einzige was ich gerne in Bezug auf die Werbung von Tabak und Alkohol ergänzen möchte ist die auffallend massive Schleichwerbung in fast allen TV Produktionen, in Form von rauchenden und Alkohol trinkenden Darstellern. Diese gefährliche und schäbige Methode für Zigaretten und Alkohol Werbung zu machen stört mich, vor allem als Mutter, seit vielen Jahren massiv. Mich enttäuscht, dass sich Menschen für diese Zwecke instrumentalisieren lassen nur um selber noch mehr Geld zu verdienen und der Industrie zu mehr Geld zu verhelfen. Schade!

  6. Werbung nimmt uns die Zeit für sinnvolle Dinge und lässt unser Hirn überkochen, sodass wir irgdwann nur noch kaufende Zombies sind.
    Politik mach was dagegen!

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